(01)
unsere Frage:
Das Schwammstadt-Prinzip ist für uns essenziell, um Hitzeinseln zu bekämpfen und Starkregenereignisse abzufedern. Wir setzen dabei auf:
- Konsequente Entsiegelung: Wir wollen versiegelte Flächen im Straßenraum und auf Plätzen entsiegeln und durch Begrünung ersetzen, um Wasser vor Ort versickern zu lassen.
- Verpflichtende Dach- und Fassadenbegrünung: Bei Neubauten wollen wir Begrünung verpflichtend machen und im Bestand gezielt fördern, um Regenwasser zurückzuhalten und Verdunstungskühle zu erzeugen.
- Baum-Offensive mit klimaresilienten Arten: Wir setzen uns dafür ein, systematisch neue Parks, Grünzüge und urbane Wälder anzulegen und klimaresiliente Baumarten zu pflanzen, die als Wasserspeicher dienen.
Die versiegelten Flächen müssen reduziert und Regenwasser entweder versickert oder aufgefangen werden. Darauf kann die Kommune einwirken, indem sie im Rahmen von Baugenehmigungen Vorgaben macht: Flächengestaltung, Dachbegrünung, Installation eines separaten Wasserkreislaufs zur Regenwassernutzung oder Anlage von Zisternen.
Anreize können geschaffen werden durch eine entsprechende Gestaltung der Niederschlagswassergebühr. In Neubaugebieten sollen Trennsysteme für Abwasser gebaut werden und, wo finanziell vertretbar, auch bei Sanierung von Altsystemen.
Darüber hinaus kann die Stadt die Entsiegelung von Flächen (z.B. Schulhöfe, Plätze) vorantreiben. Wir werden uns dafür einsetzen, dass die entsprechenden Maßnahmen aus dem Freiraumkonzept vorrangig umgesetzt werden.
Ebenso wichtig ist es, das Thema Entsiegelung im Bewusstsein der Bürger*innen stärker zu verankern. Eine gute Gelegenheit dazu bietet der bundesweite Wettbewerb „abpflastern“, bei dem die Bürger*innen von Städten und Gemeinden in freundschaftlichem Wettbewerb Flächen entsiegeln. Alle können mitmachen, egal ob Verein, Schule, Privatperson, Unternehmen, Verwaltung oder andere Organisatoren. In Beantwortung eines Antrages von Uffbasse hat die Verwaltung im Dezember des
vergangenen Jahres zugesagt, eine Teilnahme der Stadt Darmstadt zügig zu realisieren.
Dies werden wir auf jeden Fall im Auge behalten.
Wir unterstützen die Entwicklung zur Schwammstadt, um Darmstadt klimaresilienter zu machen.
- Großflächige Entsiegelung: Schrittweise Umwandlung versiegelter Flächen in sickerfähige Grünräume.
- Dezentrale Retention: Verpflichtende Regenwasserrückhaltung bei Neubauten zur Entlastung der Kanalisation.
- Wiederverwendung von Grauwasser: Förderung von Systemen, die Niederschlagswasser für die Bewässerung nutzbar machen.
Aus Anlass der Verlegung weiterer Fernwärmeleitungen Straßenuntergrund durch Steinpackungen ersetzen wie am Beispiel der mittleren Rheinstraße und der Messeler Parkstraße (Wixhausen) dar-gestellt. Rigolensystem für innerstädtische Plätze wie am Beispiel Paliplatz gezeigt.
Versickerung von Regenwasser am Herrngartenteich.
Für uns Grüne ist die Schwammstadt ein grundlegendes Prinzip von klimaangepasster Stadtplanung, das wir überall in der Stadt angewendet sehen wollen und bereits anwenden – also nicht nur prioritär an drei oder mehr Stellen.
Bebauungspläne, die mit Grüner Hand in den letzten Jahren entstanden sind, legen deshalb fest, dass Regenwasser vollständig auf dem betreffenden Gelände versickert werden muss. Diese B-Pläne arbeiten mit Dach- und Fassadenbegrünung, Retentionsmulden mit Baumbestand und auch größeren Versickerungsflächen.
Das neue Ludwigshöhviertel ist dafür ein gutes Beispiel. Dort zeigt sich, dass technisch einfache Maßnahmen ohne Störungsanfälligkeit der richtige Weg sind – wie zum Beispiel in Fließrichtung leicht geneigte Straßenräume und unaufwändige Blechdurchlässe, die das Wasser an der richtigen Stelle zum Baum führen. Das wird zukünftig weiterhin so umgesetzt. Damit wollen wir in Zukunft auch in den Bestand; so wie in den beiden unter Grüner Führung erarbeiteten und durch die Stadtverordneten beschlossenen Planinstrumenten – dem Klimaanpassungsplan und dem Freiraumentwicklungskonzept – vorgesehen.
Außerdem spielen Zisternen weiter eine wichtige Rolle – für die wir unter anderem auch ein eigenen Förderprogramm auf den Weg gebracht haben.
Um die Schwammstadt noch weiter voranzubringen und zum Beispiel Schottergärten etwas entgegenzusetzen, wollen wir nach Beginn der neuen Legislatur eine Begrünungssatzung einbringen, verbunden mit einem Begrünungsförderprogramm für Privatleute.
Wir wollen folgende Maßnahmen umsetzen:
- Flächentsieglung und an geeigenten Orten der Austausch von Pflastersteinen mit Rasengittersteinen
- Regenwasserableitung vom Friedensplatz in den Herrngarten mit mehrstufigen Absetzbecken und Siebblechen als Filterstufe für Kippenstummel und anderen Müll
- Einrichtung einer Zisterne in der Tiefgarage am Schloss
Die FDP Darmstadt unterstützt die Ziele des Masterplans 2030+ durch Maßnahmen, die im Wahlprogramm klar benannt sind. Dazu gehören die Entsiegelung versiegelter Flächen, die großflächige Pflanzung klimaresilienter Bäume und Büsche sowie die Begrünung von
Dächern, Fassaden und Haltestellen. Diese Schritte verbessern Versickerung, Regenwasserrückhalt und das Stadtklima.
(02)
unsere Frage:
Für welche der Fließgewässer in Darmstadt sehen Sie einen vordringlichen Bedarf zur Pflege und Entwicklung?
Bitte benennen Sie die Gewässer und die jeweils notwendigen Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen.
Unsere absolute Priorität liegt auf dem Darmbach.
- Maßnahme: Wir wollen die Darmbach-Freilegung bis 2030 in ersten Abschnitten sichtbar umsetzen. Dies ist nicht nur eine städtebauliche Aufwertung, sondern entlastet die Kanalisation (siehe Frage 6).
- Weitere Gewässer: Wir sehen zudem Bedarf, ein durchgängiges Biotopverbundsystem zu schaffen, das Gewässer wie Modau und Darmbach vernetzt und deren ökologische Stabilität sichert.
Wir begrüßen das Bauprojekt Ruthsenbach ausdrücklich, da die Arbeiten der ökologischen Durchgängigkeit des Baches und der Sanierung der Infrastruktur dienen.
Dies ist auch eine wichtige Voraussetzung, um die Ruthsenbachaue zu stärken und für die Bevölkerung erlebbar zu machen, wie im Freiraumkonzept vorgesehen. Weiterhin wäre es sinnvoll, dass der Meiereibach wieder an den Darmbach angeschlossen wird, so dass seine konstante Wassermenge zur Einspeisung in den Woog genutzt werden kann. Das Wasser des Rabenfloß könnte aufgefangen und, wenn „sauber genug“, zur Speisung des Mühltalbades dienen, aber auch zur Bewässerung von Jungpflanzungen in Eberstadt.
Höchste Priorität haben der Darmbach, die Modau und der Ruthsenbach. Wir setzen auf Renaturierung, um den ökologischen Zustand zu verbessern und den natürlichen Abfluss zu sichern.
Mühlbach (Wixhausen), Silz- und Ruthsenbach im Borden,
Modau weiter renaturieren, evtl. Bachsohle heben, Talaue der Modau wegen Hochwassergefahr mehrfach verwallen. Überlegen, ob Mühlgraben wiederhergestellt wird.
Darmstadt ist als Großstadt ungewöhnlich arm an Fließgewässern. Uns fehlt bekanntermaßen ein großer Fluss. Alle Fließgewässer in Darmstadt, unabhängig von ihrer Größe und Länge, verdienen deshalb hohe Aufmerksamkeit. Als Beispiel sei jedoch in der Kernstadt der Darmbach – und der Meiereibach, den wir zur Stabilisierung der Wassermenge wieder in den Darmbach führen wollen – genannt. Dessen Offenlegung und Erlebbarmachung zunächst bis in den Herrngarten ist unser klares Ziel und dessen Qualitäten nach der Kläranlage sollten noch besser herausgearbeitet werden.
Im Süden sei das größte Darmstädter Fließgewässer, die Modau, genannt, deren ökologische Durchgängigkeit ein wichtiges Ziel ist.
Im Norden steht dem das Ruthsenbach-Silz-System gegenüber – wo bereits viel geschehen, aber genauso noch viel zu tun ist. Nach den Verbesserungen am Brentano- und Erich-Kästner-See ist hier zum Beispiel der Bypass für den Steinbrücker Teich eine Aufgabe der nächsten Jahre.
Am Ruthsenbach wurden weitreichende Maßnahmen zur Renaturierung und Herstellung einer ökologischen Durchgängigkeit durchgeführt. Hier bedarf es weiterer Pflege. Auch am Meierbach sollen weitere Maßnahmen umgesetzt werden.
Wir unterstützen die Forderung den Darmbach, wo es möglich ist, offen zulegen und ihn für Biodiversität, Abkühlung der Stadt und Erholung zu nutzen.
Darmstadt ist eine Großstadt ohne Fluss. Wir fordern deshalb im Sinne einer blau grünen Infrastruktur lokale Wasserflächen wie auf dem Georg-Büchner-Platz sowie Stadtbrunnen einzurichten bzw. zu erhalten. Eine Offenlegung des regelmäßig trockenfallenden Darmbachs durch die Innenstadt lehnen wir ab, auch weil dies durch die Absenkung des Wasserpegels im Großen Woog zur Beeinträchtigung des Badebetriebs im Hochsommer führen würde.
(03)
unsere Frage:
Wie sollte sich das beliebte Badegewässer Woog in Zukunft entwickeln?
Welche konkreten Schritte würden Sie unterstützen, um eine nachhaltige Entwicklung und ökologische Aufwertung des Woogs als Badegewässer zu erzielen?
Der Woog ist ein zentraler Identifikationsort für Darmstadt. Auch wenn unser Programm keine einzelfallspezifische Maßnahme explizit für den Woog auflistet, leitet sich unsere Haltung aus unseren Prinzipien zur Biodiversität und öffentlichen Orten ab:
- Ökologische Balance: Wir wollen den Woog als naturnahen Erholungsort sichern. Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität (z.B. durch die vorgelagerte Darmbach-Sanierung/Freilegung) sind essenziell, um das Baden langfristig zu ermöglichen, ohne das Ökosystem zu kippen.
- Schutz der Biodiversität: Der Schutz der Artenvielfalt muss auch hier integraler Bestandteil sein. Wir unterstützen Schritte, die den Sedimenteintrag verringern und die Selbstreinigungskraft des Gewässers stärken.
Im Jahr 2017 wurde bereits eine umfassende Sanierung des Großen Woogs erfolgreich abgeschlossen. Ziel der Maßnahmen war die Entschlammung, Verbesserung der Wasserqualität durch eine neue Vorsperre und der Hochwasserschutz. Danach durchgeführte Untersuchung zeigten eine verbesserte Wasserqualität und geringere Nährstoffbelastung. Ein Zufluss des Wassers aus dem Meiereibach käme der Wasserqualität sicherlich zugute. Welche weiteren Maßnahmen ergriffen werden sollten, können wir nicht beurteilen. Hier wäre das Know-how von Wasserexperten
gefragt.
Zu einer nachhaltigen Entwicklung gehört unserer Meinung nach auch, dass der Große Woog im Stadtraum wieder sichtbarer gemacht wird, indem z.B. Woogsterrassen anlegt werden und der Gehölzsaum gelichtet wird.
Der Woog muss als nachhaltiges Badegewässer erhalten bleiben. Wir unterstützen die ökologische Aufwertung durch verbesserte Frischwasserzufuhr und ein digitales Monitoring der Wasserqualität.
Anschluss Meiereibach, Überlegen, ob Fischteiche am Darmbach nicht zuviel Wasser verdunsten.
Zunächst einmal sei festgestellt, dass die Nutzung des Woogs als Badesee für uns Grüne unverzichtbar ist und ganz hohe Priorität hat. Der Woog als Badesee ist ein Teil unserer Darmstädter Identität und ruht tief in unseren Grünen Herzen. Zugleich sehen wir den See als Teil des Gewässersystems Darmbach und denken an dieser Stelle vernetzt. Wenn der Darmbach nach der aktuell laufenden Überprüfung der Wasserwerte des Meiereibachs und der „Wiedervereinigung“ der beiden Bäche wieder ganzjährig sicher fließt, tut das auch dem Woog gut. Zudem ist es wichtig bei der aktiven Bewirtschaftung des Woogs weiter am Ball zu bleiben und Maßnahmen zu ergänzen. Dabei geht es natürlich auch um die Frage, wie möglichst wenig Sediment und organisches Material in den See eingetragen wird. Es geht darum, die Schlammsituation permanent zu bewerten und gegebenenfalls zu bearbeiten sowie den Randbewuchs des Sees so zu gestalten, dass ökologische Qualitäten und Nährstoffhaushalt in einem guten Verhältnis sind. Neben der Flora gilt das auch für Fauna. Die Populationen an Gänsen und Nutrias müssen ebenso im Auge behalten werden wie der Besatz mit Fischen und andere Wasserbewohnern.
Das Freibad in Schwalbach am Taunus ist ein gutes Beispiel wie ein Natur-Vorfilterbecken dazu beitragen kann die Wasserqualität zu verbessern ohne den Badespaß einschränken zu müssen. Solche Maßnahmen können wir uns auch für den Woog vorstellen. Wichtig ist für uns, dass das Biotop Woog und das Erholungserlebnis immer gleichwertig betrachtet werden. Das bedeutet dass die Nutzung des Woogs als Badestätte erhalten bleiben muss, aber die Auswirkungen auf die Natur und das Ökosystem auf ein Minimum reduziert werden müssen.
Die Zuführung von zusätzlichem Wasser aus dem Meiereibach über den Darmbach in den Woog bleibt aus Sicht der FDP Darmstadt riskant, solange Koli Bakterien und andere Verunreinigungen nicht auszuschließen sind, die das unbedenkliche Baden im Woog gefährden. Eine engmaschige und kontinuierliche Überwachung durch Messung wäre bei der Zuführung von Wasser aus dem Meiereibach in den Woog unbedingte Voraussetzung. Darüber hinaus wären die erhöhten Phosphatwerte, die im Meiereibach natürlichen Ursprungs sind, durch eine Absorptionsanlage auf einen unbedenklichen Wert zu reduzieren.
(04)
unsere Frage:
Mit welchen konkreten Maßnahmen bei städtischen Kläranlagen und Kanalisation sollten die Gewässerverschmutzung des Darmbachs und die Wasserqualität der Modau verbessert werden?
- Abwärmenutzung aus Abwasser: Wir setzen uns für die Nutzung von Abwasserwärme zur Wärmebereitstellung ein. Dies generiert Einnahmen und Effizienz, die wiederum Spielräume für Investitionen in Reinigungsstufen schaffen.
- Monitoring: Wir befürworten den Einsatz von Frühwarnsystemen wie Abwassermonitoring. Dies hilft, Einleitungen oder kritische Stoffkonzentrationen frühzeitig zu erkennen.
- Trennung der Systeme: Die wichtigste Maßnahme zur Entlastung der Kläranlage und Schutz der Gewässer ist die Trennung von sauberem Bachwasser und Schmutzwasser (siehe Antwort 5 & 6).
Da es hier in erster Linie um technische Fragen geht, sollten erst einmal die Experten bei der ENTEGA Abwassereinigung GmbH & Co KG sowie beim EAD (Kanalbetrieb) gehört werden.
Dies ist ein Kernanliegen von Darmstadt Gemeinsam, da es Ökologie und ökonomische Vernunft vereint:
- Konsequente Abkopplung: Der Darmbach muss aus dem Mischwasserkanal herausgenommen werden. Es ist ein „Schildbürgerstreich“, sauberes Bachwasser erst
zu verschmutzen, um es dann für ca. 2 Mio. € jährlich teuer zu reinigen. - Klärwerk-Effizienz: Das Argument, das Klärwerk brauche das Bachwasser zur Spülung, halten wir für überholt. Sauberes Wasser verdünnt den Klärschlamm und senkt die Effizienz der Reinigungsprozesse.
- Kostenreduzierung: Die Einsparungen bei den Reinigungsgebühren (besonders im Hinblick auf die teure 4. Reinigungsstufe) müssen zur Refinanzierung der Bach-Offenlegung genutzt werden.
Darmbach: 4. Reinigungsstufe weiter betreiben. Verunreinigung durch Fischteiche untersuchen.
Die beiden Darmstädter Klärwerke werde für die Stadt seit Ende der 1980er Jahre durch eine Tochter der Entega AG betrieben. Das garantiert Professionalität und solide Betriebsführung. Die aktuelle Koalition hat 2024 nach Erstellung einer fundierten Machbarkeitsstudie beschlossen, dass die Planungen für eine 4. Reinigungsstufe – die bei der Merck KGaA bereits in Betrieb ist – unbedingt weiter voranzutreiben sind. Dazu stehen wir Grünen. So können zielgerichtet Mikroverunreinigungen, Spurenstoffe und insbesondere Phosphat eliminiert werden. Ein Standard, der für alle Kläranlagen zum Gewässer-, Grundwasser- und Gesundheitsschutz anzustreben ist. Neben dem Schutz des Darmbachs ist eine vierte Reinigungsstufe also auch zum Vorteil der Qualität der Modau – wobei wir hier natürlich über die Stadtgrenzen hinaus flussauf- und abwärts schauen müssen und entsprechend vernetzt sind.
Sei last, but not least noch genannt, dass wir Grüne es sind, die sich auf allen Ebenen von Europa bis nach Darmstadt für die Stärkung der Biolandwirtschaft einsetzen. Darmstadt ist Gründungsmitglied des Netzwerks Deutscher Biostädte. Unser Grüner Dezernent, Michael Kolmer, ist dort 2. Vorsitzender. Ökolandbau ist der beste Grundwasserschutz.
In der kommenden Wahlperiode muss die EU-Kommunalabwasserrichtlinie in nationales Recht übernommen werden. Vermutlich / hoffentlich ebenfalls noch in dieser Wahlperiode muss dann auch mit der Umsetzung begonnen werden. Etwa die Einrichtung einer vierten Klärstufe mit Ozon-/ Aktivkohlebehandlung zur Elimination von organischen Spurenstoffen, die in urbanen Gegenden in Form von z.B. Medikamentenrückständen in Abwässern enthalten sind, wird von dieser Richtlinie gefordert.
Unsere Nachbargemeinde Mörfelden Walldorf sowie die Firma Merk haben so eine vierte Stufe bereits in Betrieb genommen. Es ergibt daher wohl Sinn, hier von lokaler Expertise zu profitieren und auch in Darmstadt etwaige Anlagen eher früher als später auszubauen. Dies soll mit der Spurenstoffstrategie Hessisches Ried tatsächlich auch zeitnah passieren.
Die FDP Darmstadt setzt zur Verbesserung der Wasserqualität von Darmbach und Modau auf drei Hebel:
- Entsiegelung und Begrünung, um Regenabfluss zu reduzieren und die Kanalisation zu entlasten.
- Enge Zusammenarbeit mit Umlandkommunen, da Wasserqualität nicht an Stadtgrenzen endet.
- Umsetzung der 4. Reinigungsstufe im Zentralklärwerk
(05)
unsere Frage:
Welche jährlichen Kosten verursachen die in die Kanalisation eingeleiteten Bachwasser bei der heutigen und zukünftigen („4. Stufe“) Abwasserreinigung?
Welche Maßnahmen schlagen Sie vor zur langfristigen Kostenreduzierung?
Das Einleiten von sauberem Bachwasser (Fremdwasser) in die Kläranlage ist ökologisch und ökonomisch unsinnig.
- Maßnahme: Wir fordern die Freilegung des Darmbachs bis 2030 in ersten Abschnitten.
- Effekt: Indem wir das saubere Quellwasser nicht mehr durch die Kläranlage leiten, reduzieren wir das zu reinigende Abwasservolumen signifikant. Dies senkt Betriebskosten (Energie, Verschleiß) und erhöht die Kapazität der Anlage für echtes Abwasser.
Da es hier in erster Linie um technische Fragen geht, sollten erst einmal die Experten bei der ENTEGA Abwassereinigung GmbH & Co KG sowie beim EAD (Kanalbetrieb) gehört werden.
Dies ist ein Kernanliegen von Darmstadt Gemeinsam, da es Ökologie und ökonomische Vernunft vereint:
- Konsequente Abkopplung: Der Darmbach muss aus dem Mischwasserkanal herausgenommen werden. Es ist ein „Schildbürgerstreich“, sauberes Bachwasser erst
zu verschmutzen, um es dann für ca. 2 Mio. € jährlich teuer zu reinigen. - Klärwerk-Effizienz: Das Argument, das Klärwerk brauche das Bachwasser zur Spülung, halten wir für überholt. Sauberes Wasser verdünnt den Klärschlamm und senkt die Effizienz der Reinigungsprozesse.
- Kostenreduzierung: Die Einsparungen bei den Reinigungsgebühren (besonders im Hinblick auf die teure 4. Reinigungsstufe) müssen zur Refinanzierung der Bach-Offenlegung genutzt werden.
Der Herrngartenteich sollte mit Dachwasser umliegender öffentlicher Gebäude und nicht mit Trink-wasser gespeist werden. Der Meiereibach, der bisher in den Kanal fließt, fließt dann in den Woog. Das Wasser des Woog soll im Westwald verrieselt werden (siehe eigener Beitrag).
Es scheint uns, sinnvoll die Fragen 5 und 6 zusammen zu beantworten, da in 6. die Antwort auf 5. auf gewisse Art und Weise mit drinsteckt.
Wir Grüne wollen uns der Fragestellung aber anders nähern. Die Offenlegung des Darmbachs wurde viel zu lange rein fiskalisch diskutiert. Mit Abwassergebühren wurde von beiden Seiten jongliert. Das hat das Projekt in der Vergangenheit fast getötet. Dahin wollen wir nicht zurück. Unserem Grünen Dezernenten, Michael Kolmer, ist es gelungen, die öffentliche Diskussion darauf zu lenken, worum es wirklich geht – nämlich um die Stärkung Grünblauer Infrastruktur, um Lebensqualität für die Menschen, um Erlebbarkeit von fließendem Wasser gerade für Kinder in der Stadt, um Klimaanpassung und um Biodiversität. Dass dabei Ansätze zu wählen sind, die eine mögliche geringe Belastung von städtischem Haushalt und gebührenzahlenden Bürger*innen gleichermaßen im Blick haben, halten wir für selbstverständlich.
Laut dem hessischen Landtag [1] verursacht eine vierte Reinigungsstufe jährliche Kosten von 0,05 und 0,19 €/m³. Bei 17 mio. m³ Abwasser aus Darmstadt (zentral + Südklärwerk)[2][3] bedeutet das pessimistisch geschätzt Mehrkosten von 20 € pro Einwohner im Jahr. Das halten wir für zumutbar.
Nach Ihren Angeben beträgt die jährlich in die Kanalisation eingeleitete Menge an Bachwasser 850.000m³, was Mehrkosten im laufenden Betrieb einer vierten Stufe von einem Euro pro Einwohner entspricht.
[1] https://starweb.hessen.de/cache/DRS/20/1/05201.pdf
[3] https://www.entega.ag/geschaeftsfelder/oeffentl-rechtl-betriebsfuehrung/abwasserreinigung/
Die FDP setzt sich konsequent für die Umsetzung der erweiterten
Herstellerverantwortung im Rahmen der europäischen Abwasserrichtlinie KARL ein.
Die Verursacher von Stoffeinträgen müssen umfassend an den daraus resultierenden Kosten der Abwasserreinigung beteiligt werden. Eine Externatilisierung dieser Kosten auf die Wasserwirtschaft und damit eine Sozialisierung auf den Gebührenzahler lehnen wir ab.
(06)
unsere Frage:
Für die Einleitung des Meiereibachs und des Darmbach in die Kanalisation sind für die Abwasserreinigung jährlich im Mittel rund 2 Mio € zu bezahlen.
Wie können die Kosten für den städtischen Haushalt zukünftig reduziert werden? Welche Akteure würden Sie beteiligen, um eine Reduzierung der Abwassergebühren zu erreichen?
Wie in Frage 5 erwähnt, ist die Entflechtung von Bach- und Abwasser der Schlüssel.
- Kostenreduktion: Durch die Darmbach-Freilegung entfällt die teure Reinigung von sauberem Wasser.
- Akteure: Wir werden hier eng mit dem EAD (Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen) zusammenarbeiten, der für die Stadtreinigung und Abwasserentsorgung zuständig ist. Zudem wollen wir Bürger*innen beteiligen, da die Freilegung auch das Stadtbild verändert und Aufenthaltsqualität schafft.
In einem ersten Schritt könnte dafür gesorgt werden, dass das Wasser des
Meiereibaches nicht mehr in die Kanalisation geleitet wird, sondern dem Darmbach zugeführt und letztendlich zur Einspeisung in den Woog genutzt wird.
Die anschließende gesamte Offenlegung des Darmbachs auf dem Stadtgebiet erscheint uns aufgrund der sehr prekären Haushaltslage der Stadt kurzfristig kaum umsetzbar.
Daher denken wir auch über Alternativen nach. Was halten Sie von dem Vorschlag, den Darmbach oberirdisch zumindest bis zum Herrngartenteich zu führen, um diesen konstant mit Frischwasser zu versorgen, und dann das „überschüssige“ Wasser gezielt versickern zu lassen? Auf diese Weise würden die Abwassergebühren und die Kosten für die Befüllung des Herrngartenteichs eingespart sowie die Investitionskosten deutlich
gesenkt.
Wir wollen den EAD, das Regierungspräsidium und die Wohnungswirtschaft beteiligen. Ziel ist eine faire Verteilung der Lasten und Anreize für Entsiegelung, um die Abwassergebühren für die Bürger stabil zu halten.
Der Herrngartenteich sollte mit Dachwasser umliegender öffentlicher Gebäude und nicht mit Trink-wasser gespeist werden. Der Meiereibach, der bisher in den Kanal fließt, fließt dann in den Woog. Das Wasser des Woog soll im Westwald verrieselt werden (siehe eigener Beitrag).
Es scheint uns, sinnvoll die Fragen 5 und 6 zusammen zu beantworten, da in 6. die Antwort auf 5. auf gewisse Art und Weise mit drinsteckt.
Wir Grüne wollen uns der Fragestellung aber anders nähern. Die Offenlegung des Darmbachs wurde viel zu lange rein fiskalisch diskutiert. Mit Abwassergebühren wurde von beiden Seiten jongliert. Das hat das Projekt in der Vergangenheit fast getötet. Dahin wollen wir nicht zurück. Unserem Grünen Dezernenten, Michael Kolmer, ist es gelungen, die öffentliche Diskussion darauf zu lenken, worum es wirklich geht – nämlich um die Stärkung Grünblauer Infrastruktur, um Lebensqualität für die Menschen, um Erlebbarkeit von fließendem Wasser gerade für Kinder in der Stadt, um Klimaanpassung und um Biodiversität. Dass dabei Ansätze zu wählen sind, die eine mögliche geringe Belastung von städtischem Haushalt und gebührenzahlenden Bürger*innen gleichermaßen im Blick haben, halten wir für selbstverständlich.
Mischsysteme, die in großem Umfang Bachwasser durch Kläranlagen leiten, sind eher die Ausnahme. Ökologisch gesehen ist natürich ein durchgängiger, abwasserfreier Bachlauf vorzuziehen. Kosten für eine Umleitung des Baches können sich durch eine Reduktion der Kläranlagenkosten im Laufe der Jahre amortisieren.
Es gibt derzeit seitens der Stadt Darmstadt keine Planungen, den Darmbach und den Meiereibach von der Kanalisation zu entkoppeln. Eine solche Maßnahme würde im übrigen auch zu keiner Reduktion der Abwassergebühren im Allgemeinen führen. Die Gebührenbelastung der Haushalte und Betriebe würde nur entsprechend steigen.
(07)
unsere Frage:
Wie kann Darmstadt dazu beitragen, dass Kunststoffabfälle nicht in die Umwelt eingetragen werden?
Welche konkreten Maßnahmen werden Sie vorschlagen, um z.B. in Zusammenarbeit mit EAD und Bildungseinrichtungen den Eintrag von Kunststoffabfällen nachhaltig zu verhindern?
Volt verfolgt hier einen pragmatischen Ansatz aus Anreizen, Verboten (wo kommunal möglich) und Innovation:
- Verpackungssteuer: Wir setzen uns für Lenkungssysteme wie eine örtliche Verpackungssteuer auf Einwegverpackungen ein (nach dem Vorbild Tübingens).
- Mehrwegsysteme: Wir wollen Mehrwegsysteme (wie FairCup) fördern und Gastronomie sowie Handel bei der Einführung unterstützen.
- Moderne Stadtreinigung & Aufklärung: Wir setzen auf Aufklärungskampagnen zur Abfallvermeidung und wollen sensorgestützte Abfallbehälter evaluieren, um Überfüllung (und damit Verwehung von Plastik) zu vermeiden.
Oberstes Gebot ist die Kunststoffvermeidung und die richtige Entsorgung/Trennung der Abfälle. Wichtig ist auch die Bewusstseinsbildung, z.B. schon in Schulen, und Unterstützung der diversen lokalen, nationalen und globalen Initiativen zur Vermeidung von Verpackungen, Tüten und Wegwerfartikel aus Plastik. Zusätzlich sollte die Recyclingquote bei Plastikmüll gesteigert werden.
Die Nutzung von Mehrwegsystemen in der Stadt sollte gefördert werden. Eine sog. Verpackungssteuer halten wir in diesem Zusammenhang nicht für zielführend.
In Zusammenarbeit mit dem EAD und Bildungseinrichtungen setzen wir auf:
- Prävention: Verstärkte Aufklärung an Schulen und Kitas.
- Technik: Installation von Filtern in Gullys an Hotspots, um den Eintrag von Makro- und Mikroplastik in die Gewässer nachhaltig zu stoppen.
Hierzu Aktionen der öffentlichen Wahrnehmung entsprechend Vorlesetagen.
In unserem Wahlprogramm haben wir festgeschrieben, dass wir uns für die Erweiterung der Kläranlagen auch deshalb einsetzen, um den Eintrag von Mikroplastik in die Gewässer zu reduzieren.
Auch ist es kein Zufall, dass der Begriff Umweltbildung sechs Mal an unterschiedlichen Stellen in unserem Wahlprogramm vorkommt. Von den Schulen und Kindergärten über außerschulische Träger bis konkret zum Stadtnaturzentrum des BUND, das wir Grüne massiv getragen haben, setzen wir uns für eine Stärkung der Umweltbildung aus – darunter mit dem klaren Ziel von Müllvermeidung und Sauberkeit im öffentlichen Raum. Wir wollen Bürger*innen motivieren, Verantwortung für den öffentlichen Raum zu übernehmen. Eine stärkere Umweltbildung sowie gezielte Kampagnen zur Müllvermeidung und -entsorgung sollen das Bewusstsein schärfen. Statt übermäßiger Ausgaben für Reinigung und nur immer größerer Müllbehälter setzen wir auch auf Maßnahmen wie Pfandsysteme für To-Go-Becher, eine bessere Ausstattung mit Trinkwasserbrunnen und mehr sanitäre Anlagen an stark frequentierten Orten.
Die Stadt Darmstadt kann durch präventive Maßnahmen und ein starkes Bündnis mit Entsorgungsträgern wie der EAD sowie Bildungseinrichtungen den Eintrag von Kunststoffabfällen nachhaltig verhindern. Folgende Maßnahmen weren wir vorschlagen:
- Plastikfrei-Kampagne, die über Müllvermeidung und Recycling aufklärt
- Mehrwegverpackungen etablieren
- Abfallvermeidungskampagne mit EAD
- Großspülmaschiene und Pfandsystem mit Mehrwegverpackungen für mitnehmbares Essen
Die FDP Darmstadt will Kunststoffeinträge in die Umwelt vor allem durch eine konsequentere Sauberkeits- und Ordnungspolitik verhindern. Dazu gehören ein verschärfter Bußgeldkatalog für Umweltverstöße, schnellere Beseitigung von Abfällen und eine verbesserte Meldestruktur über die „DA ist was!“-App. In Zusammenarbeit mit dem EAD sowie mit Schulen, Kitas und Hochschulen sollen Bildungs- und Aufklärungsangebote zu Abfallvermeidung und Recycling gestärkt werden.
(08)
unsere Frage:
Welche gezielten Maßnahmen gegen den Hitzestress sollten wo im städtischen Raum realisiert werden?
Hitzeschutz ist Gesundheitsschutz. Wir konzentrieren uns auf verdichtete Quartiere und soziale Einrichtungen:
- Schulhöfe: Wir wollen Schulhöfe durch Entsiegelung, mehr Bäume, Schattenspender und Trinkwasserspender klimagerecht gestalten.
- Verdichtete Quartiere: In Bereichen wie dem Martinsviertel oder der Innenstadt setzen wir auf Begrünung (Dach/Fassade) und das Pflanzen von Bäumen sowie Wasserflächen zur Kühlung.
- Öffentliche Plätze: Wir wollen Hitzeinseln beseitigen, indem wir versiegelte Flächen entsiegeln und das Schwammstadt-Prinzip anwenden.
Klimaschutz und Klimaanpassung müssen konsequent zusammen gedacht werden, damit die Stadt widerstandsfähig wird gegen Hitze, Starkregen und Extremwetter. Hierzu einige konkrete Forderungen aus unserem aktuellen Wahlprogramm:
- Stadt als Schwamm: Regenwasser speichern, versickern und nutzen durch Gründächer, Zisternen und durchlässige Böden, statt Wasser ungenutzt abzuleiten.
- Grün statt Grau: Bäume pflanzen, Dächer und Fassaden begrünen, Betonflächen entsiegeln und kleine Grüninseln im gesamten Stadtgebiet schaffen. Bürger*innen sollen dabei unterstützt werden, denn jede Fläche zählt und verändert das Stadtklima.
- Kühle Orte schaffen: Parks, Tiny Forests, Schattenräume und Wasserspiele gezielt anlegen, damit Menschen auch bei Hitze Orte zum Aufatmen finden.
Besonders in der dicht bebauten Innenstadt müssen wir „Kälteinseln“ schaffen. Wir schlagen mehr Trinkbrunnen, mobile Grünelemente und die Entsiegelung von Hitze-Hotspots vor.
Brunnen und Becken, die z.T. heute trocken liegen, wieder in Gang setzen. Vor allem: mehr Stadt-bäume!
Unter Grüner Federführung wurden in den letzten Jahren der Hitzeaktionsplan zur Akuthilfe während Hitzewellen sowie – mit breiter Bürgerbeteiligung – der Klimaanpassungsplan für Darmstadt erstellt und auf den Weg gebracht.
Der Klimaanpassungsplan enthält über alle Quartiere und Stadtteile hinweg zwanzig Maßnahmenpakete rund um die Themen grünblaue Infrastruktur, mehr Grün und mehr Schatten, Hitzeschutz, Schwammstadt und Starkregenvorsorge. Es ist unser Ziel, diesen Plan in der nächsten Legislatur hinterlegt durch entsprechende Haushaltsmittel konkret umzusetzen.
Hinzu kommt das Freiraumentwicklungskonzept für mehr und besser erreichbare Grünflächen in der Stadt.
An dieser Stelle setzen wir GRÜNE uns für ein Beschäftigungs- und Investitionsprogramm Klimaresilienz ein, dessen Herzstück eine deutliche Personalaufstockung im gärtnerischen und handwerklichen Bereich des Grünflächenamts ist. Denn Grünflächen, Parks und Spielplätze sind Lebensqualität und Klimaschutz zugleich – sie kühlen in heißen Sommern und bieten Erholung für alle Generationen. Nicht zu vergessen ist im Übrigen der Stadtwald.
Denn der Wald ist die grüne Lunge, die unsere Stadt umgürtet, gerade an heißen Tagen zum Aufenthalt einlädt und den Siedlungskörper mit Frischluft versorgt. Wir stehen zum Leitbild Wald, das unsere Grünen Dezernent*innen entwickelt haben, und wollen im Ostwald zusätzlich 247 Hektar Wald in einen echten unbeeinflussten Naturwald verwandeln.
Die Abkühlung des städtischen Raums verdient höchste Priorität, um Hitzestress in Darmstadt zu mindern und Lebensqualität zu steigern. Folgende Maßnahmen sollten realisiert werden:
- Dach-, und Fassadenbrgrünung fördern und in kommunale Satzung aufnehmen
- Parkplätze mit PV-Überdachung
- Grüne Inseln mit hitzresistenten, immergrünen Arten
- Öffentlichkeitsarbeit zur Aufklärung über Hitzefolgen
Die FDP Darmstadt fordert deshalb eine entschlossene Grünflächenoffensive besondere für die Darmstädter Innenstadtgebiete. Versiegelte Flächen sind, wo immer es ohne Funktionsbeeinträchtigung möglich ist, zu entsiegeln. Auf diesen neu gewonnenen offenen Flächen sowie entlang geeigneter Straßenzüge und auf öffentlichen Plätzen sollen schnell wachsende, klimaresiliente und schattenspendende Bäume und Büsche in sehr hoher Zahl und in kurzer Zeit neu gepflanzt werden. Ziel ist eine hochwirksame Begrünung der Innenstadt zur Reduzierung der Sommertemperaturen, zur Verbesserung der Luftqualität, zur Reduzierung der Lärmbelästigung und zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität nach dem Vorbild mediterraner Städte.
(09)
unsere Frage:
Wie sollten Stadtbäume und Parks in Darmstadt mit Wasser versorgt werden?
Welche nachhaltigen Strategien schlagen Sie vor?
Wir müssen Wasser klug nutzen („Smart City“ Ansatz):
- Schwammstadt: Das Prinzip „Regenwasser speichern, versickern und nutzen statt ableiten“ ist unsere Basisstrategie, um Wasser im Boden für Bäume verfügbar zu halten.
- Digitale Unterstützung: Wir prüfen den Einsatz von Sensoren (Smart-City-Lösungen), um Bewässerung bedarfsgerecht zu steuern, statt nach starren Plänen zu gießen. Dies spart Wasser und Personalressourcen.
- Klimaresilienz: Wir pflanzen systematisch Baumarten, die besser mit Trockenstress umgehen können.
Die Wasserversorgung von Stadtbäumen und Parks ist angesichts des Klimawandels und zunehmender Trockenperioden eine zentrale Aufgabe für Städte. Sie erfolgt idealerweise durch eine Kombination aus manueller Bewässerung, innovativen technischen Systemen (Smart City) und dem Konzept der „Schwammstadt“.
Dabei sollte bevorzugt Regenwasser von Straßen und Gehwegen aufgefangen, in Zisternen gesammelt und für die Bewässerung genutzt werden. Grünflächen, Parks und begrünte Dächer dienen als Schwämme, die das Wasser aufnehmen und den Boden feucht halten.
Um die Bürger*innen stärker für das Thema „Baumerhalt“ zu sensibilisieren, schlagen wir vor, dass das Grünflächenamt neben Blühpatenschaften und Baumspenden gemeinsame Aktionen zum Baumgießen anregt und unterstützt, wie z.B. die Aktion „Bitte gießt mich“ des Vereins Transition Town Darmstadt.
Wir setzen auf nachhaltige Strategien statt teurer Notbewässerung:
- Sensorik: Bedarfsgerechte Bewässerung durch Bodenfeuchtesensoren.
- Brauchwasser: Nutzung von aufgefangenem Regenwasser statt kostbarem Trinkwasser für Grünflächen.
Bei Neupflanzungen größere Wurzelräume, die auch unter die Fahrbahn ragen.. Hierzu eigener Bei-trag. Fallrohre der Anlieger nach rechnerischer Prüfung am Gaus in den Unterfrund leiten. Hierzu Abwassersatzung ändern. Brauchwassersystem mit dem nicht verplantem Behälter unter dem Aus-stellungsgebäude Mathildenhöhe nutzen, z.B. für den Platanenhain und weitere Anlagen.
Das ist eine durchaus differenzierte Fragestellung. Vorneweg: Insbesondere junge Bäume werden unbedingt weiterhin in den ersten Jahren regelmäßig bewässert werden müssen, damit sie anwachsen und eine Chance haben, sich im Klimastress gut zu entwickeln. Dafür wird es eine Bewässerung durch Tankwagen des EAD brauchen und es ist gut, dass wir hier eine leistungsfähige Infrastruktur haben. Das gilt in Hitzeperioden für viele weitere Straßenbäume, die es besonders schwer haben, sich zu versorgen.
Gleichzeitig ist es so, dass ältere und alte Bäume ein tiefes und/oder weites Wurzelsystem haben, das von der Bewässerung gar nicht ausreichend erreicht wird. Diese Bäume, die sich wesentlich selbst versorgen müssen, brauchen vor allem gute Pflege, um vital zu bleiben. Dafür – nämlich für ein leistungsfähiges städtisches Team von Baumpfleger*innen – setzen wir uns ein.
Auch bei Parks und Grünanlagen ist es so, dass wir – zum Trinkwasserschutz – nicht alle Rasenflächen über Hitzeperioden hinweg werden bewässern können. Gut ist, dass solche Flächen in Regenperioden in der Regel schnell wieder regenerieren. Es gibt aber auch zunehmend Pflanztechniken, die wassersparend, optisch ansprechend und ökologisch vielfältig funktionieren. Die Renaissance des Staudenbeets ist hierfür das beste Beispiel. Das finden wir gut und wollen es ausbauen.
Um die Bewässerung von Stadtbäumen und Stadtgrün effizienter zu machen, setzen wir Grüne außerdem darauf, noch mehr Sensoren in der Stadt auszubringen, die gezielt die Bodenfeuchte messen, um wassersparend und bedarfsgerecht gießen zu können. Leuchtturm dafür ist der sanierten Platanenhain auf der Mathildenhöhe, aber auch an anderen Stellen in der Stadt wird das bereits erfolgreich eingesetzt. Weiter geht’s damit!
Reicht das alles aus? Wir meinen, nicht ganz. In der Schwammstadt gibt es eigentlich eine Quelle, um Stadtbäume und Parks mit Wasser versorgen zu können, ohne Raubbau am Grund- und Trinkwasser zu betreiben: Es sind die Dächer unserer Stadt und das Regenwasser, das über sie abfließt. Leider gibt es hierbei viele technischen und formale Hürden im Bereich von Schadstoffen und Keimen (verkeimtes Wasser darf zum Beispiel nicht auf Spielflächen ausgebracht werden) zu überwinden. Wir Grüne setzen uns für ein Pilotprojekt ein, um mittels Zisternen Regenwasser von den umliegenden Dächern zu sammeln, zu filtern und zur Parkbewässerung einzusetzen. Der Herrngarten ist hierfür ein richtig guter Ort, um das zu testen – gerne in Kooperation mit der benachbarten TU. So könnten man für die Bewässerung der Grünflächen in allen Stadtteilen einen guten Schritt weiterkommen.
Wir wollen mehr Bodenfeuchtesensoren einsetzen um Trockenstress frühzeitig zu erkennen, sowie an geeigneten Standorten Regenwasser aus Zisternen für die Bewässerung nutzen. Bürger:innen die Bäume und andere Pflänzen auf städtischem Grund gießen, sollen beim Wasserversorger dafür ein Wasserguthaben erhalten, dass ihnen auf Vertrauensbasis erstattet wird. So können Ressourcen geschont und die Biodiversität nachhaltig gefördert werden.
Stadtbäume und Parks in Darmstadt sollten mit einer Kombination aus smarter Bewässerung, Regenwassernutzung und konsequenter Entsiegelung versorgt werden.
Regenwasser nutzen: Zisternen, Speicher und entsiegelte Flächen halten
Regenwasser in der Stadt und machen es für Bäume und Parks verfügbar.
Wasser effizient einsetzen: Sensoren, Tröpfchenbewässerung und nächtliche Bewässerung reduzieren den Verbrauch und sichern eine bedarfsgerechte Versorgung.
Wasserbedarf senken: Klimaresiliente Baumarten und größere Pflanzgruben, sorgen dafür, dass Pflanzen weniger künstliche Bewässerung benötigen.
(10)
unsere Frage:
Für welche vorrangigen Maßnahmen zur Entwicklung und ökologischen Aufwertung der Grünflächen in Darmstadt sehen Sie sich in den kommenden Jahren verantwortlich?
Wir wollen Biodiversität messbar machen und fördern:
1. Biodiversitätsstrategie: Wir werden die begonnenen Maßnahmen konsequent bis 2027 weiterverfolgen und Naturschutzgebiete sichern.
2. Wilde Ecken: In Parks wie dem Herrngarten oder Bürgerpark wollen wir „Wilde Ecken“ (Totholz, Steinhaufen) schaffen, um Insekten Rückzugsräume zu bieten.
3. Friedhöfe: Wir wollen Friedhöfe durch angepasste Satzungen zu naturnahen Rückzugsorten entwickeln.
Das kürzlich verabschiedete Freiraumkonzept der Stadt Darmstadt beinhaltet 284 konkrete Maßnahmen zur Entwicklung der Grün- und Freiflächen. Diese gilt es nun zu priorisieren und sukzessive umzusetzen, wobei eine transparente Vorgehensweise, ein effektives Monitoring und eine kontinuierliche Beteiligung der Bürger*innen unerlässlich sind. In diesen Prozess werden wir uns sehr aktiv einschalten.
Wir fühlen uns der Biodiversität verpflichtet. Vorrangig ist die Umwandlung von Rasenflächen in artenreiche Wiesen und der Schutz des alten Baumbestands durch verbesserte Wasserretention im Boden.
Es fehlt an Personal im Grünflächenamt!
Wir Darmstädter Grünen setzen und in den kommenden Jahren für eine Vielzahl von Maßnahmen ein, um die Grünflächen der Stadt weiterzuentwickeln und ökologisch aufzuwerten. Als Rahmenplan der weiteren Entwicklung des Grüns in Darmstadt hat unser Grüner Dezernent Michael Kolmer das umfassende Freiraumkonzept auf den Weg gebracht, das jüngst von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurde und sich nicht zuletzt auch mit der Frage der gerechteren Verteilung von Freiflächen in der Stadt befasst. Denn Grünplanung ist immer auch Sozialpolitik, für diejenigen, die keinen Privatgarten haben. Im Fokus stehen dabei folgende Schwerpunkte:
- Erweiterung und Vernetzung von Grünflächen
– Ausbau bestehender Grünanlagen, beispielsweise mit Beginn an der Südwestecke des Prinz-Emil-Gartens.
– Schaffung neuer Grünverbindungen und Überwindung von Barrieren, insbesondere dort, wo Wohnquartiere durch Verkehr oder Infrastruktur vom Grün getrennt sind.
– Umsetzung des genannten Freiraumentwicklungskonzepts zur besseren Vernetzung von Parks und Grünflächen.
– Entsiegelung von Flächen mit besonderem Blick auf Schulhöfe, Stadtplätze und Verkehrsflächen ohne Funktion.
KREISVERBAND DARMSTADT
LAUTESCHLÄGERSTRASSE 38
64289 DARMSTADT
TELEFON: 0 61 51/6 14 30
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– Einführung eines Förderprogramms für Begrünung und Entsiegelung auf privaten Flächen und eine Begrünungssatzung gegen neue Schottergärten - Schutz und Pflege
– Einführung und Ausweitung insektenfreundlicher Mahd-Konzepte (z. B. staffelweises Mähen) in allen Stadtteilen.
– Sicherstellung der Bewässerung der Stadtbäume, um die Vitalität des Stadtgrüns zu erhalten.
– Entwicklung igelfreundlicher Parks, Gärten und Hinterhöfe, da von solchen Maßnahmen viele weitere Tier- und Pflanzenarten profitieren.
– Vervollständigung und Neuaufstellung von Artenkartierungen der Darmstädter Flora und Fauna in Zusammenarbeit mit Wissenschaftler*innen, als Grundlage für ein Arten- und Biotopschutzkonzept.
– Klimaanpassung und nachhaltige Stadtentwicklung auf Basis des Klimaanpassungsplans
– Konsequente Umsetzung und Weiterentwicklung des bestehenden Hitzeaktionsplans, inklusive aktiver Kühlungsmaßnahmen in sensiblen Einrichtungen wie Kitas, Schulen und Senioreneinrichtungen. - Mehr Arbeitskraft für das Stadtgrün
– Freiraumkonzept und Klimaanpassungsplan bilden die strategische Grundlage, um Darmstadt „klimafit“ zu machen. Aber die Zeit drängt: Jetzt heißt es handeln – und zwar ganz praktisch mit Schaufel, Hacke und, wo nötig, mit dem Presslufthammer. Wir müssen pflanzen, gießen, pflegen, Schatten schaffen, Wasser in die Stadt bringen, versiegelte Flächen aufbrechen und Spielplätze klimaangepasst umgestalten. Das braucht Menschen, nicht nur Beschlüsse. Die Stadtverwaltung ist dafür derzeit nicht ausreichend ausgestattet – die Klimakrise hat den Aufwand für die Pflege des Stadtgrüns deutlich erhöht und neue Aufgaben geschaffen. Wir Grüne setzen uns deshalb für ein Beschäftigungs- und Investitionsprogramm Klimaresilienz ein, dessen Herzstück eine deutliche Personalaufstockung im gärtnerischen und handwerklichen Bereich des Grünflächenamts ist. - Bürgerschaftliches Engagement und Umweltbildung
– Ausbau der Programme für Baum- und Blühpatenschaften, um das öffentliche Grün gemeinsam mit der Bürgerschaft vital und biodivers zu halten.
– Stärkung des Umweltdiploms für Kinder und Jugendliche sowie die Einrichtung pädagogischer Gärten, wie die Gärten der Vielfalt in der Orangerie, um Biodiversität erlebbar zu machen.
– Umsetzung der Lichtleitlinie für energiesparende, kosteneffiziente sowie menschen- und tierfreundliche Beleuchtung
Denn wir Grüne sehen uns in der Verantwortung, solche Maßnahmen Schritt für Schritt umzusetzen und weiterzuentwickeln, um Darmstadt als lebenswerte und naturnahe Stadt für alle Generationen zu gestalten.
In einer Stadt, die rundum von Wald umgürtet ist, sei deshalb an dieser Stelle auch noch einmal auf das national ausgezeichnete Leitbild Stadtwald hingewiesen, das wir federführend auf den Weg gebracht haben und das nun um den richtungsweisenden Beschluss ergänzt worden ist, den Wald zwischen Oberwaldhaus und Grube Prinz-von-Hessen für immer als Klima-Wildnis-Fläche auszuweisen.
Auf einer Fläche von rund 350 Fußballfeldern (247 ha) dürfen sich dort fortan alte Eichen und Buchen, Totholz und natürliche Verjüngung ohne forstwirtschaftliche Nutzung zu einem klimastabilen Mischwald entwickeln – rechtssicher und dauerhaft. Das stärkt die Artenvielfalt, macht den Wald zu einem stabilen CO₂-Speicher und gleichzeitig bleibt das Gebiet für die Menschen erlebbar.
Die bestehenden Grünflächen sollen ökologisch aufgewertet werden, auch um sie als Lebensräume für Tiere zu nutzen. Unser Fokus liegt hier auf der Sicherung von Biodiversität. Wir wollen mehr Wildblütenwiesen schaffen, Biotope für bedrohte Arten sichern und uns für die Kooperation mit Bürger:innen und lokalen Gruppen oder Vereinen einsetzen. Durch Flächenentsiegelung wollen wir zudem mehr Grünflächen schaffen.
Wir halten eine entschlossene Grünflächenoffensive und die Entsiegelung versiegelter Flächen, wo immer dies ohne Funktionsverlust möglich ist für wichtig. Daraus ergeben sich konkrete Verantwortlichkeiten:
- Versiegelte Plätze wie Friedensplatz, Ernst-Ludwigs-Platz oder Luisenplatz schrittweise entsiegeln.
- Neue Baumstandorte schaffen, insbesondere schnell wachsende, klimaresiliente Arten.
- Begrünte Achsen zwischen Innenstadtbereichen entwickeln, um Hitzeinseln zu reduzieren.
- Fassaden- und Dachbegrünung an öffentlichen Gebäuden systematisch ausbauen.
(11)
unsere Frage:
Mit welchen Maßnahmen kann der hohe Trinkwasserverbrauch in Darmstadt reduziert werden?
Nennen Sie Alternativen und mögliche Einsparungsmaßnahmen. Welche Zielwerte würden Sie anstreben?
Wasser ist eine kostbare Ressource.
- Brauchwassernutzung: Wir setzen uns dafür ein, bei Neubauten und Quartiersentwicklungen (z.B. Ludwigshöhviertel) Zisternen und Grauwassernutzung (Regenwasser für Toiletten/Garten) mitzuplanen.
- Sanierung: Durch die Sanierung öffentlicher Gebäude und Schulen (z.B. Schultoiletten-Sanierungsprogramm) installieren wir wassersparende Technik.
- Entsiegelung: Indem wir Regenwasser versickern lassen, füllen wir das Grundwasser auf, statt Trinkwasser zur Bewässerung zu nutzen.
Insgesamt sind durchaus Potenziale zur Reduzierung der Trinkwassernutzung vorhanden, ohne Komfortverlust und ohne Einbußen in den hygienischen Standards.
Wie Privathaushalte Wasser einsparen können, ist auf der Homepage des Umweltbundesamtes gut zusammengefasst. Zielwerte können wir noch nicht nennen. Es würde uns aber interessieren, ob sie hierzu schon konkrete Vorstellungen entwickelt haben.
Darmstadt wird mit Trinkwasser versorgt, welches ausschließlich aus Grundwasser gewonnen wird. Um dessen Qualität langfristig zu sichern, ist der Eintrag von Schadstoffen in die Gewässer und das Abwasser so gering wie möglich zu halten. Dieser Aspekt ist sicherlich genauso wichtig wie die Einsparbemühungen.
Darmstadts Trinkwasser ist kostbar.
- Maßnahmen: Förderung von Spartechniken in Haushalten und die Nutzung von Betriebswasser für die Gartenbewässerung.
- Zielwert: Wir streben eine schrittweise Reduktion des Pro-Kopf-Verbrauchs um 10% an, um die Grundwasserressourcen zu schonen.
Die Firma Merck braucht nur noch ein Viertel der früher (vor 1990) verbrauchten Wassermengen. Regenwassernutzung fördern. Verbräuche wären zu erforschen.
Wir verfolgen ein umfassendes Konzept, um den hohen Trinkwasserverbrauch nachhaltig zu senken und alternative Wasserquellen zu fördern. Im Mittelpunkt stehen dabei folgende Maßnahmen und Ansätze:
- Förderung privater Zisternen
Regenwassernutzung: Seit Oktober 2022 wird die Installation privater Zisternen gefördert. So kann Regenwasser in niederschlagsreichen Monaten gesammelt und in Trockenperioden zum Gießen von Gärten und Grünflächen genutzt werden.
Vorteil: Dies spart wertvolles Trinkwasser und senkt die individuellen Wasserkosten. Daran halten wir fest. - Schwammstadt-Konzept
Entsiegelung und Versickerung: Flächen werden entsiegelt, damit Regenwasser vor Ort versickern und für die Bewässerung von Bäumen und Grünflächen genutzt werden kann.
Begrünung: Dächer und Fassaden werden begrünt, um Feuchtigkeit zu speichern und die Umgebung zu kühlen.
Rückhalte- und Versickerungsflächen: In Quartieren und an Straßen werden kleine Rückhalte- und Versickerungsflächen geschaffen, um Regenwasser lokal zu speichern und zu nutzen. - Nutzung von Regenwasser im öffentlichen Raum
Unser Ziel ist es, dass zukünftig mehr Regenwasser gesammelt und zur Bewässerung von Grünanlagen und Bäumen eingesetzt wird (siehe Antwort 9) - Umweltbildung und Bewusstseinsförderung
Informationskampagnen: Sensibilisierung der Bevölkerung für einen sparsamen Umgang mit Wasser und Förderung von Maßnahmen zur Reduzierung des Verbrauchs.
Unser Grünes Ziel ist es, durch die genannten Maßnahmen den Trinkwasserverbrauch spürbar zu senken und die Stadt widerstandsfähiger gegen Trockenheit und Hitze zu machen.
Zusammengefasst: Wir setzen auf eine Kombination aus technischer Innovation, Förderung alternativer Wasserquellen, Entsiegelung, Begrünung und Bewusstseinsbildung, um den Trinkwasserverbrauch in Darmstadt nachhaltig zu reduzieren. Die Entwicklung zur Schwammstadt und die Förderung privater Zisternen sind dabei zentrale Bausteine.
Der Trinkwasserverbrauch in Darmstadt beläuft sich auf 142 Liter pro Einwohner:in und Tag (vgl. Wasserbilanz Rhein-Main 2023). Langfristig streben wir einen Verbrauch von 120 Litern pro Einwohner:in und Tag an, was dem hessischen Durchschnitt entspricht. Wir schlagen folgende Einsparungsmaßnahemen vor:
- Modernisierung der Gebäudetechnik: Förderung wassersparender Armaturen unnd Nachrüstung von Wasserspardichteinsätzen in öffentlichen Gebäuden und Schulen.
- Bewässerung optimieren: Wir wollen den Einsatz von Bodenfeuchtesensorn und Regenwassersystemen in Parks
- Aufklärungskampagne: Wir wollen dazu beitragen, dass die Informationskampagne des Projekts „Schlaues Wasser Darmstadt“ weitergeführt und durch digitale Angebote erweitert wird.
Alternativen zu Trinkwasser
- Regenwassernutzung: Durch den Einsatz von Zisternen und Filtern kannn Niederschlagswasser im Haushalt oder zur Gartenbewässerung genutzt werden.
- Grauwasser-Recycling: In Darmstadt wird Grauwasser-Recycling bereits vom EAD-Betriebshof genutzt. Wir wollen püfen ob der Einsatz von Grauwasser-Recycling auch bei anderen öffentlichen Einrichtungen in Frage kommt.
Der Trinkwasserverbrauch in Darmstadt ist nicht überdurchschnittlich hoch. Für eine realistische, insbesondere saisonale Abschätzung des Dargebots bedarf es zunächst eine konsequenten Echtzeit-Monitorings der Entnahmen. Dies bedarf einer entsprechenden Digitalisierung der Messung an allen Entnahmestellen. Gleichzeitig kann eine Wasserampel eingeführt werden, die den jeweiligen Stresslevel im Dargebot transparent macht. Perspektivisch können auch dynamische Tarife einen Beitrag leisten. Gleichwohl weisen wir darauf hin, dass die Senkung des Verbrauchs das Risiko steigender Gebühren nach sich ziehen kann, da die Kostenstruktur der Wasserversorgung im Wesentlichen auf den Fixkosten der Infrastruktur beruht.
(12)
unsere Frage:
Wie kann die Umweltbildung in Darmstadt gefördert werden?
Welche konkreten Projekte und Kooperationen mit Schulen, Hochschulen, Vereinen und weiteren Akteuren planen Sie zur Förderung der Umweltbildung. Wer in Ihrer Partei würde sich dafür als verantwortlich sehen?
Bildung ist der Schlüssel zur Veränderung.
- Projekte: Wir starten die Kampagne „Darmstadt summt und blüht“ mit Workshops und Schulprojekten für mehr Biodiversität. Zudem fördern wir Schulgärten in Kooperation mit Vereinen.
- Orte: Das neue Bildungszentrum (VHS & Stadtbibliothek) soll ein Ort des lebenslangen Lernens werden, auch für Umweltthemen.
- Verantwortung: Wir sehen hier das von uns geforderte Amt für Stadtkultur (als Weiterentwicklung des Kulturamts) in einer Schnittstellenfunktion zu Bildung und Wissenschaft, sowie unseren Schuldezernenten Holger Klötzner, der daran arbeitet diese Themen in die Curricula und den Ganztag zu integrieren.
Umweltbildung wird in Darmstadt schon gut geleistet, z.B. in der Kinder- und Jugendfarm, bei Menschenskinder e.V. und im bioversum. Solche Angebote möchten wir stärken und weiter ausbauen. Damit das „Zentrum für Stadtnatur“ des BUND sein Programm nach und nach erweitern kann, sollte es dauerhaft finanziell von der Stadt unterstützt werden. Weiterhin soll die Stadt die Einrichtung von Schulgärten fördern.
Darüber hinaus spielt in diesem Zusammenhang das Freiraumkonzept der Stadt Darmstadt eine wichtige Rolle: Ein Aspekt dieser Rahmenplanung ist es, städtische Freiräume zu erhalten, zu entwickeln und wieder erlebbar zu machen. Dies gilt z.B. für die Flussauen im Stadtgebiet. Können diese Naturräume wieder zur Erholung genutzt werden, erfolgt Umweltbildung „ganz nebenbei“. Ergänzend könnten Gewässerlehrpfade angelegt werden.
Ansprechpartner für Fragen zur Umweltbildung wäre in Darmstadt in erster Linie das Umweltamt, welches in Zusammenarbeit mit Partnern, auch dem Darmbach e.V., vielfältige Angebote für junge Menschen bereithält. Als politische Wählervereinigung organisieren wir selbst keine Projekte.
Umweltbildung ist die Basis für Akzeptanz. Wir planen verstärkte Kooperationen mit Vereinen wie dem Darmbach e.V. und lokalen Schulen. Innerhalb unserer Wählergemeinschaft ist der Fachbereich Umwelt für die Koordination dieser Projekte verantwortlich.
In den Schulen sollten die Schulhöfe mit den Schüler*innen gemeinsam geplant werden mit dem Ziel von mehr Grün. Herausstellen vorhandener Schulgärten. Verantwortlich ist unsere Klima- und Umwelt-AG, die unter klima@linke-darmstadt.de erreichbar ist.
Für uns Grüne ist gute Umweltbildung ein extrem wichtiger Teil guter Umweltpolitik. Denn nur was man kennt, wozu man eine Beziehung hat und was man versteht, kann man auch schützen. Aktive Einbeziehung ist aktiver Umweltschutz. Wir Grüne haben in den letzten Jahren in unserem Einflussbereich mehr für das Thema Umweltbildung getan jede andere Darmstädter Partei – und es geht weiter!
Wir werden das Umweltdiplom für Kinder und Jugendliche weiter ausbauen und stärken. Außerschulisch ist es ein wunderbarer Zugang zu Natur- und Nachhaltigkeitsthemen aus den Familien heraus. In den Schulen schafft es für Kinder und Jugendliche Begegnungschancen mit Umweltthemen, die aus dem sozialen Kontext der jungen Menschen heraus so vielleicht nicht selbstverständlich gewesen wären. Wer jemals bei der Verleihung des Umweltdiploms im September im Rahmen der GoBioFair-Messe auf dem Friedensplatz oder auch bei einer Ehrung in einer Schule dabei war, weiß aus dem Strahlen der Kinderaugen und dem Stolz über die Urkunden heraus, wie viel das Umweltdiplom bewirken kann.
Stärken wollen wir auch pädagogische Gärten, die Biodiversität erlebbar machen – wie etwa die Gärten der Vielfalt in der Orangerie. Das BUND-Zentrum für Stadtnatur in der Orangerie haben wir Grüne als Ort der Umweltbildung maßgeblich auf den Weg gebracht. Dazu stehen wir auch in Zukunft, auch was die Finanzierung angeht.
Die Points of Insects-Kampagne der Stadt gemeinsam mit der TU Darmstadt, dem bioversum, und dem BUND ist die erfolgreichste, weit über Darmstadt hinaus beachtete Maßnahme der dezentralen, in allen Stadtteilen vertretenen Umweltbildung, die es in unserer Stadt bisher gab. Wir wollen sie verstetigen und durch die Anlage weiterer Naturgartenflächen in den Quartieren und Stadtteilen ausbauen.
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Unser Ziel ist es auch, die Vernetzung von Schulen und außerschulischen Lernorten weiter voranzutreiben, für noch mehr Bildung in den Bereichen nachhaltige Entwicklung und Umweltbewusstsein. Neben den schon genannten Lernorten zählen dazu die Kinder- und Jugendfarm Arheilgen, der Werkhof Eberstadt, das Hofgut Oberfeld, Jugendhof Bessunger Forst, das MINT-Zentrum Darmstadt, das Streuobstwiesenzentrum Eberstadt, das Biotop des Vereins Zusammen in der Postsiedlung und viele andere, die alle mit großem Herzen und viel ehrenamtlichem Engagement unterwegs sind. Das würdigen wir Grüne ausdrücklich. Umweltbildung ist ein bürgerschaftliche Gemeinschaftsleistung. Dazu stehen wir auch in der nächsten Legislaturperiode und werden die Initiativen aktiv unterstützen.
Wichtig wird in den kommenden fünf Jahren auch die Etablierung des Naturwaldes mit der stattlichen Größe von fast 250 Hektar zwischen Steinbrücker Teich, Scheftheimer Wiesen und Grube Prinz von Hessen, den Michael Kolmer als Stadtrat mit dem Runden Tisch Wald und uns Stadtverordneten jetzt bis zur Beschlussfassung gebracht hat. Eine der wichtigsten umweltpolitischen Entschlüsse in der Kommune in den letzten dreißig Jahren und zugleich einmalig am Rande einer Großstadt. Dort wird es ebenfalls ein umweltpädagogisches Programm geben, um die „Wildnis“ erlebbar und erfühlbar zu machen. Dafür stehen aus dem entsprechenden Bundesprogramm Mittel sicher bereit. Das werden wir als nächstes Kernprojekt der Umweltbildung in Darmstadt vorantreiben.
Ansprechpartner bei den Darmstädter Grünen für Umweltbildung ist natürlich der AK Klima, Umwelt und Natur, der aktuelle umwelt- und klimapolitische Fragestellungen bespricht. Im Magistrat ist es unser Grüner Umweltdezernent Michael Kolmer, der die Themen vorantreibt.
Wir wollen die Angebote der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ausbauen und stärker im Alltag der Menschen verankern. Dabei ist uns wichtig, dass Umweltbildung nicht als Zusatz, sondern als selbstverständlicher Teil von Bildung und Stadtgesellschaft verstanden wird. Deshalb ist es für uns entscheidend, dass hier auch praktisch umsetzbares Wissen und Fertigkeiten bspw. zu artgerechter Tierhaltung, gesunder pflanzenbasierter Ernährung und Biodiversität im Garten vermittelt werden.
Konkrete Projekte und Kooperationen
- BNE-Netzwerk ausbauen: Wir wollen das bestehende BNE-Netzwerks Darmstadt & Darmstadt-Dieburg ausbauen, damit Schule, Kitas, Hochschulen, Vereine, Umweltzentren und die Stadtverwaltung noch enger zusammenarbeiten können.
- Tierschutz priorisieren: Tiere verdienen unseren Schutz und dürfen nicht zu Bildungszwecken ausgebeutet werden. Wir wollen, dass stattdessen tierleidfreie Lehrmaterialien und moderne Medien eingesetzt werden.
- Digitale Bildungsangebote: Durch die Erstellung von Online-Formaten zu Umwelt- und Klimathemen mit regionalem Bezug auf Darmstadt und den Landkreis Darmstadt-Dieburg, wollen wir einen niedrigschwelligen Zugang zu praktischem Wissen und aktuellen Projekten ermöglichen. In die Erarbeitung der Online-Formate sollen Schulen, Jugendgruppen und Studierende aktiv einbezogen werden.
- Kooperation mit Hochschulen: Die TU Darmstadt, die h_da und die evangelischen Hochschule setzen bereits zahlreiche Projekt zu Umweltbildung um, die neben Forschung und Lehre auch allen Bürger:innen in Darmstadt dienen. Wir wollen zukünftige Projekte an den Hochschulen unterstützen.
- Tier- und naturschutzfreundliche Schule: Wir wollen ein freiwilliges Auszeichnungsprogramm „Tier- und naturschutzfreundliche Schule“ für Schulen in Darmstadt einführen, die Projekte zu Tier- und Naturschutz, Klima und gesunder pflanzenbasierter Ernährung umsetzen, ein tier- und umweltfreundliches Schulprofil haben sowie das Schulgelände ökologisch gestalten.
Verantwortlichkeiten in der Partei
Unserer Spitzenkandidatin Ayla Linda Kara liegt dieses Thema besonders am Herzen. Durch ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement beim BUND und ihre intensive Aufklärungsarbeit zu Wildbienen verfügt sie über besondere Fachkenntnisse in praktischer Umweltbildung und Naturschutzkommunikation. Sie würde in einer Fraktion eine zentrale Rolle bei der Koordination, inhaltlichen Ausrichtung und politischen Verankerung der Umweltbildung in Darmstadt übernehmen.
Auf Bundesebene der Tierschutzpartei befasst sich der Parteiausschuss „Natur- und Artenschutz, gegen Jagd und Fischerei (NAJF)“ mit dem Thema Umweltbildung. Von der inhaltlichen Expertise des NAJF sowie den bundesweit erarbeiteten Konzepten, Materialien und Positionspapieren, profitieren wir bei unserer politischen Arbeit vor Ort. Mit klarer Zuständigkeit vor Ort und der strategischen Unterstützung durch den NAJF auf Bundesebene sind wir bezüglich der Umweltbildung somit fachlich gut aufgestellt.
In Ergänzung bieten wir mit unserer Regiotramlösung für Darmstadt eine Möglichkeit, den für die Straßenbahn nach Groß-Zimmern ansonsten benötigten Tunnel unter der Odenwaldbahn bzw. eine Brücke am Ostbahnhof zu vermeiden. Ein solches Bauwerk wäre für das Grundwasser an dieser Stelle zumindest schwierig.
Technologieorientierte Start-ups müssen wir stärker fördern und enger mit TU Darmstadt, Hochschule Darmstadt und der lokalen Wirtschaft vernetzen. Diese Strategie bildet die Grundlage dafür, Umweltbildung durch Kooperationen mit Hochschulen und GreenTech-Start-ups auszubauen und jungen Menschen früh Zugang zu nachhaltigen Technologien und praxisnahen Innovationsprojekten zu ermöglichen.
Konkrete Projekte:
Start-up-Workshops an Schulen und Hochschulen
Gründerinnen und Gründer aus dem Bereich GreenTech vermitteln praxisnah, wie nachhaltige Technologien entstehen und marktfähig werden. Themen können unter anderem sein: Solar- und Speichertechnologien, Wasser- und Umweltmonitoring, Kreislaufwirtschaft und Recyclinginnovationen, Energieeffizienz und Digitalisierung Schülerinnen, Schüler und Studierende erhalten so direkten Einblick in Innovationsprozesse und unternehmerisches Denken.
Stärkung bestehender Programme
Wir unterstützen das umwelt- und freizeitpädagogische Aktionsprogramm „Darmstädter Umweltdiplom“, das seit 2003 von der Wissenschaftsstadt Darmstadt in Kooperation mit Umweltverbänden, naturnahen Vereinen, wissenschaftlichen Einrichtungen und Wirtschaftsunternehmen angeboten wird.
Die inhaltliche Verantwortung für Umweltbildung sehen wir sowohl beim
bildungspolitischen Sprecher als auch bei der umweltpolitischen Sprecherin
beziehungsweise dem umweltpolitischen Sprecher.
Die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum muss gesteigert werden. Für grundlegende Strukturen wie Sitzmöglichkeiten, öffentliche Toiletten und Trinkwasser muss im Innenstadtbereich gesorgt werden. Flächen müssen – auch mit Einsatz städtischer Mittel – belebt und begrünt werden.
Nachhaltigkeit muss hier und in anderen Bereichen stets in mehreren Dimensionen gedacht werden:
sozial, ökologisch, und ökonomisch. Der öffentliche Raum gehört allen. Ein barrierefreier Zugang ist hierfür eine Grundvoraussetzung (10).
Bei neu entstehenden Quartieren müssen ausreichend Grünflächen zwischen den Wohngebäuden erhalten werden. Dies dient der Steigerung der Aufenthaltsqualität, begegnet dem Klimawandel mit Blick auf den Hitzeschutz und reduziert Flächenversiegelung. Auch bei der Entwicklung von Bestandsquartieren müssen die grünen Zonen ein Ziel sein. Zusätzlich unterstützen wir die Errichtung weiterer Trinkbrunnen (14).
Zu einer attraktiven Freizeitgestaltung gehören öffentliche Plätze mit Angeboten für Kinder unterschiedlichen Alters. Neben Spielplätzen brauchen wir Bewegungs- und Sportplätze für alle Altersgruppen mit besonderem Augenmerk auf Jugendliche und junge Erwachsene. Wir wollen im Zuge der Klimaanpassung die Spielplätze in Darmstadt um einen modernen Wasserspielplatz in einer zentralen Parkanlage erweitern (21).
Die öffentlichen Schwimmbäder in Darmstadt müssen erhalten bleiben. Sie müssen bezahlbar und barrierefrei sein, damit sie von allen Menschen genutzt werden können. Außerdem sind der Schul- und Vereinssport sowie Schwimmkurse auf sie angewiesen. All das ist die Grundlage dafür, dass sich möglichst viele Menschen sicher in Gewässern bewegen können und sich die Zahl der Ertrinkenden reduziert. Der Zugang zu Schwimmbädern und Badeseen soll in Darmstadt für alle Kinder und Jugendlichen kostenfrei sein. Damit Betriebskosten stabil und Eintrittspreise bezahlbar bleiben, müssen Maßnahmen zur Effizienzsteigerung laufend auf dem aktuellen Stand der Technik gehalten werden (21).
Öffentliche Sport-, Park- und Grünanlagen müssen in die Stadtentwicklung einbezogen werden. Sie dienen nicht nur der Erholung, Bewegung und Begegnung. Besonders mit Blick auf den Klimawandel erfüllen sie eine wichtige Funktion. Sie fördern die Artenvielfalt und ihre Lebensräume. Im Gegensatz zu geschlossener Bebauung sind Stadtviertel mit Grünanlagen besser gegen steigende Temperaturen geschützt. Innerhalb der Stadtviertel müssen Standorte für große Bäume geprüft und bei der Entwicklung neuer Quartiere von Beginn an mitgedacht werden (22).
Die Resilienz der Stadt Darmstadt vor Starkwetterereignissen und Hitze muss explizit gestärkt werden. Vulnerable Gruppen wie ältere Menschen, Kleinkinder und Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen sind besonders auf Hitzeschutzräume angewiesen. Es braucht Sitzmöglichkeiten und Trinkwasser. Auch eine konsequente Begrünung durch schattenbringende Bäume und Sträucher trägt dazu bei. Der Schutz unserer Wälder und bereits bestehender Grünflächen ist essenziell. Die Biodiversität auf öffentlichen Flächen muss vorangebracht werden, auch Urban Gardening Initiativen können einen Beitrag leisten. (22)
Der Wald ist für Kinder nicht nur ein spannender Erlebnisraum, sondern auch ein Lernort. Die SPD will daher den nicht mehr nutzbaren Waldspielplatz in Arheilgen wieder errichten oder einen anderen geeigneten Ort suchen. Damit sich Kinder niedrigschwellig mit dem Element Wasser auseinandersetzen können, möchte die SPD in Darmstadt einen neuen Spielplatz als reinen Wasserspielplatz errichten (s.o.) (45).
Der Darmstädter Wald ist ein Erholungsraum für Menschen, ein Lebensraum für Tiere und Pflanzen
und ein Schlüsselfaktor im kommunalen Kampf gegen den Klimawandel. Da der Wald kein
Spekulationsobjekt ist, wird die SPD ihn effektiv durch ein Waldschutzkonzept schützen (58).
Wie stark der Klimawandel den Wald gefährdet, hängt von der spezifischen Waldstruktur ab. Wo naturnahe Maßnahmen nicht mehr ausreichend sind, da Hitze und Trockenheit zu einem Waldsterben führen, will die SPD geschützte Waldumbaugebiete ausweisen. Dort werden wir nach
gründlicher Analyse auch neue, nicht-invasive und wärmeliebende Baumarten anpflanzen. Die Pflanzung verschiedener Baumarten trägt zur Risikostreuung und zur Gesundung, zur Stärkung und zur Schaffung eines klimaresistenten Waldes bei (58).
Neben ökologischen Baustandards bei Neubauten will die SPD auch Bestandsbauwerke und -flächen naturfreundlicher entwickeln. Grüne Inseln können unsere Stadt für Mensch und Tier lebenswerter gestalten, indem wir Wände und Dächer öffentlicher Gebäude, Dächer von Bushaltestellen und Straßenbahntrassen begrünen, Blumenkästen und -kübel aufstellen, hängende Gärten über den Straßenzügen erproben und graue Flecken der Stadt renaturieren. Bei Neubaugebieten soll durch die Standortplanung und Pflanzung großer, schattenspendender Bäume der Überhitzung der Stadt entgegengewirkt werden.
Die SPD setzt sich für ein städtisches Entsiegelungsprogramm ein. Mit mehr Grün und einer deutlich erhöhten Artenvielfalt in allen Teilen der Stadt wird der Aufenthalt für alle angenehmer. Gerade Bäume verbessern nachhaltig das Kleinklima und Pflanzen erlauben es den Menschen, die Angebote
der Stadt zu genießen. Die Entsiegelung von Flächen ist zudem wichtig, um unsere Grundwasserspeicher zu füllen und so einen entscheidenden Beitrag beim Schutz des Waldes und der Natur zu leisten (58).
Wasser ist eine kostbare Ressource, mit der die Stadt umsichtig umgehen muss. Daher will die SPD ein nachhaltiges Wassermanagement einrichten. Wir werden Brauchwassernutzsysteme für die Bewässerung von Bäumen in der Stadt fördern. Regenwasser speichern, um auch dieses Wasser
nutzbar zu machen ist eine gute Möglichkeit, das Wasser in der Stadt effektiver zu nutzen und das Prinzip der Schwammstadt bei der Stadtentwicklung zu berücksichtigen (58).
Das gilt insbesondere vor dem Hintergrund häufigerer Starkregenereignisse. Bei allen Maßnahmen muss zusätzlich zum ökologischen Faktor die Funktion des Starkregenschutzes mitgedacht werden.
Begrünte Dächer, bepflanzte Entwässerungsgräben und Infiltrationsbecken haben hierbei eine besondere Funktion, da sie all diese Aufgaben erfüllen (59).
Weltweit sterben täglich hunderte Tier- und Pflanzenarten aus. Trotz positiver Beispiele von Biodiversität in Darmstadt, wie etwa den Streuobstwiesen in Eberstadt, ist noch viel zu tun, um Darmstadt in eine Stadt der Biodiversität zu verwandeln. Darmstadt hat bereits seit 2013 eine Biodiversitätsstrategie. Die SPD will die Biodiversitätsstrategie fortführen und Darmstadt zur lebenswerten Stadt mit vielfältiger Flora und Fauna machen (59).
Informationen zu Klimamaßnahmen müssen verständlich, offen und leicht zugänglich sein. Dies gilt gleichermaßen für Gesundheitsinformationen, bspw. zur Hitzevorsorge vulnerabler Personengruppen. Zudem muss die Information auch solchen Bevölkerungsgruppen ermöglicht werden, die nicht am digitalen Leben teilnehmen (59).
»Vielen Dank für die Übersendung der Wahlprüfsteine.
Wie Sie wissen, wurden das BSW erst vor einigen Monaten neu gegründet, unserer Mitgliederzahl ist derzeit noch begrenzt. Uns stehen aktuell nicht die notwendigen Ressourcen zur Verfügung, um uns in sämtliche Themen einzuarbeiten und die Anfragen angemessen zu bearbeiten. Wir bitten um Verständnis, dass wir Ihre Fragen daher nicht beantworten können.«
Herzliche Grüße, Özlem Aydin
Weitere Informationen zu den einzelnen Parteien, finden Sie auf deren Internetpräsenz, die wir hier hinter den Logos verlinkt haben.
Die Reihenfolge entspricht der chronologischen Rückmeldungen.
Nicht aufgeführte Parteien haben nicht geantwortet.
Wir sind gespannt auf die Teilnahme und Antworten der Parteien.